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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

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Was kann ich tun, wenn der Arbeitgeber die Corona-Massnahmen vernachlässigt?

Dienstag, 30. Nov 2021
Nichtbeachtung der Corona-Schutzmassnahmen: wie reagieren?
Regina Marquardt arbeitet mit rund 20 Personen in einem Grossraumbüro in einem kleineren Unternehmen. Ihr Arbeitgeber legt grossen Wert darauf, dass alle Mitarbeitenden vor Ort sind, Home-Office ist nicht vorgesehen. Die Coronamassnahmen scheren die Vorgesetzten des Unternehmens nicht, im Gegenteil. Die Chefs tragen demonstrativ nie Maske und die Angestellten werden angehalten, dies auch nicht zu tun. Coronatests werden im Betrieb keine durchgeführt, obwohl die Platzverhältnisse im Grossraumbüro so eng sind, dass die Sicherheitsabstände regelmässig nicht eingehalten werden können. Lediglich die Hände soll man bitte schön immer sauber waschen, wird verlangt.

 

Regina hat grosse Angst, sich mit Corona anzustecken, traut sich aber nicht so recht, ein griffiges Schutzkonzept einzufordern. Verzweifelt wendet sie sich an die Angestellten Schweiz, um sich über ihre Rechte zu informieren.

 

Grundsätzlich muss ein Arbeitgeber aufgrund seiner Fürsorgepflicht zum Schutz seiner Angestellten alles tun, was zumutbar und technisch möglich ist. Dies gilt natürlich auch im Hinblick auf die Corona-Schutzmassnahmen. Entsprechende Vorgaben macht auch die Corona-Verordnung. Diese kann z.B. eine Home-Office- oder Maskenpflicht vorschreiben. Die Vorgaben können sich je nach Coronasituation verändern. Zum Zeitpunkt der Anfrage von Regina gilt die Maskenpflicht nicht generell, aber dann, wenn nicht genügend Abstand eingehalten werden kann. Reginas Arbeitgeber verstösst also klar gegen diese Vorgabe.

 

Zuerst das Gespräch suchen
Wie kann Regina ihren Arbeitgeber dazu bringen, die Schutzmassnahmen korrekt umzusetzen? Da es keine Arbeitnehmervertretung in der Firma gibt, empfiehlt sich als Erstes, das Gespräch mit dem Unternehmen (Vorgesetzten, HR, Geschäftsleitung) zu suchen. Gibt es eine Arbeitnehmervertretung, kann man sich an diese wenden. Fruchtet dies nicht, so könnte in einem zweiten Schritt das kantonale Arbeitsinspektorat über den Verstoss benachrichtigt werden und dieses könnte Sanktionen gegen das Unternehmen ergreifen. Beides kann Regina jedoch Ärger einbringen, wenn die Vorsetzten wenig Verständnis für ihr Anliegen haben.

 

Eine weitere Möglichkeit für Regina wäre, die Arbeit zu verweigern, solange der Arbeitgeber die Covid-Vorschriften verletzt. Sie müsste dies allerdings schlüssig nachweisen können. Würde sie diesen Weg gehen, müsste sie zuerst das Unternehmen anmahnen und danach die Arbeit niederlegen. Das ist allerdings ein riskanter Weg, denn damit könnte Regina die Entlassung drohen. Eine Kündigung aufgrund der Anmahnung wirksamer Covid-Schutzmassnahmen wäre zwar wohl missbräuchlich, aber die Entlassung wäre trotzdem wirksam. Regina könnte dann nur noch eine Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhnen für die missbräuchliche Kündigung geltend machen.

 

Neuorientierung ins Auge fassen
Angesichts des in Reginas Unternehmen herrschenden massnahmenkritischen Klimas wäre es für sie wohl ratsamer, sich möglichst rasch eine neue Stelle in einem verantwortungsvolleren Betrieb zu suchen. Möchte sie sich nicht länger unnötig einem Ansteckungsrisiko aussetzen, hat sie die Möglichkeit, ihre Arbeitsstelle aufgrund von Unzumutbarkeit fristlos zu kündigen. Auch hier empfiehlt es sich, die Vorgesetzten zuerst anzumahnen, die Hygienevorschriften besser durchzusetzen. Damit riskiert man nicht, dass der Arbeitgeber nachher Schadenersatz geltend machen kann. Unternimmt das Unternehmen dann trotz der Aufforderung nichts, ist eine fristlose Kündigung möglich. Jeder Fall muss jedoch individuell beurteilt werden.

 

Sollte sich Regina unterdessen mit Covid-19 infizieren, weil das Unternehmen die Schutzmassnahmen vernachlässigt, ist es an ihr Schadenersatz einzufordern. Es wird allerdings schwierig sein, nachzuweisen, dass die Ansteckung aus diesem Grund am Arbeitsplatz erfolgt ist.

 

Sich selber schützen so gut es geht
Da das Beschreiten des Rechtswegs für Regina Marquardt in jedem Fall mit Risiken behaftet ist, raten ihr die Angestellten Schweiz, erst einmal den Dialog mit den Vorgesetzten zu suchen, ihre grossen Bedenken zu schildern und die Umsetzung eines griffigen Schutzkonzepts an ihrem Arbeitsplatz einzufordern. Fruchtet dies nichts, dann orientiert sie sich am besten neu, kündigt ihre Arbeitsstelle und schützt sie sich mit einer FFP2-Maske, Hygienemassnahmen und Abstandhalten (so gut es geht), solange sie noch im Unternehmen arbeitet.

 

Hansjörg Schmid
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