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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
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Kleine Jobs: Wie gehe ich als junge Mutter mit Sozialversicherungen um?

Freitag, 28. Feb 2020

Nach der Geburt ihres ersten Kindes will Martha Wayne, die in der Schweiz wohnt, nicht mehr zu 100% erwerbstätig sein. Ihr Partner, Thomas, arbeitet als Arzt und das Familieneinkommen ist entsprechend komfortabel. Martha möchte ab und zu kleine «Aufträge» suchen: Manchmal als Selbständige, manchmal als Angestellte. Worauf muss sie punkto Sozialversicherung achten?

Daran muss man als Erstes denken: Die Unfallversicherung

Solange sie Mutterschaftsentschädigungen bezieht, ist Martha wie vor der Mutterschaft unfallversichert. Sobald sich ihr Status ändert, muss sie auf die Unfallversicherungsdeckung achten. Als Angestellte wird sie jeweils während des Arbeitsverhältnisses sowie 31 weitere Tage nach dessen Ende für Berufsunfälle versichert sein. Die Deckung umfasst auch Nichtberufsunfälle, wenn sie mindestens 8 Stunden pro Woche arbeitet. Zu beachten ist, dass bei unbezahltem Urlaub die Deckung ebenfalls nach 31 Tagen endet, wenn keine Abredeversicherung abgeschlossen wird.  Meldet sie sich bei der Arbeitslosenversicherung, so wird Martha auch automatisch unfallversichert. Als Selbständige oder während der Zeiten ohne Erwerbstätigkeit muss sich Martha hingegen selbst organisieren. Sie kann beispielsweise die Unfalldeckung bei ihrer Krankenkasse miteinschliessen (oder die Versicherung, die sie als Angestellte genoss, mit einer Abredeversicherung während maximal 6 Monaten verlängern).

Kleiner Tipp: Wenn sie selbständig wird, kann Martha als Mitglied der Angestellten Schweiz von interessanten Unfallversicherungsangeboten profitieren. 

Was sich nicht ändert: Die Krankenversicherung 

Die Krankenversicherung ist grundsätzlich gleich für alle, ob angestellt, selbständig oder erwerbslos. Auch da, ein kleiner Tipp: Als Mitglied der Angestellten Schweiz profitiert Martha von einer kostenlosen Beratung und Rabatten, wenn sie ihre Situation überprüfen oder verbessern will.

Je nach steuerbarem Einkommen und Vermögen wird Martha Anspruch auf Prämienverbilligung haben. In der Regel wird dies vom Staat auf Basis der Steuererklärung automatisch berücksichtigt. Nichtsdestotrotz soll Martha prüfen, ob sie in ihrem Kanton oder ihrer Gemeinde einen Antrag stellen muss.

Als ehemalige Arbeitnehmerin verfügte Martha Wayne vielleicht über eine Krankentaggeldversicherung. Solche Versicherungen können freiwillig verlängert oder – als Selbständigerwerbende – freiwillig abgeschlossen werden. Wenn Martha eine will, sollte sie sehr genau auf den versicherten Betrag achten. Deckt die Versicherung nur ihren Erwerbsausfall, so mag dieser schwer nachweisbar sein. Martha hat ja nur vor, ab und zu kleine Jobs zu suchen. In der Regel wird sich eine solche Versicherung entsprechend nicht lohnen.

Was ist mit der Arbeitslosenversicherung?

Wenn sich Martha arbeitslos meldet, muss sie bereit sein, eine neue Stelle zu suchen und anzunehmen. Will sie keine feste Beschäftigung, kann dies problematisch sein. Sie riskiert, als nicht vermittlungsfähig zu gelten.

Martha muss entscheiden, ob sie sich als arbeitslos melden will. Dabei sei erwähnt, dass der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung von der Anzahl der Beitragsmonate vor der Anmeldung abhängt. Bei einer Beitragsbefreiung, beispielsweise aufgrund der Kinderbetreuung, ist der Umfang der Leistungen reduziert. Je länger Martha wartet, desto weniger hoch wird ihr Anspruch wohl sein.

Diesmal zwei kleine Tipps:

1. Wenn Martha eine neue Stelle nach ihrer Erwerbspause sucht, werden das Beratung- und Vermittlungsangebot des RAV sowie die arbeitsmarktlichen Massnahmen für sie interessant sein. Sie sollte dies mit ihrem RAV-Berater besprechen.

2. In der oben beschriebenen Konstellation sollte sich der Partner, Thomas, überlegen, ob er seine Versicherungsdeckung im Falle von Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit verbessern will. Die Familie riskiert nämlich finanzielle Schwierigkeiten, wenn das Einkommen plötzlich nur noch 80% des aktuellen Lohns beträgt. Auch hier profitieren Mitglieder der Angestellten Schweiz von attraktiven Angeboten. 

Wie sieht es mit der ersten Säule aus?

Was die erste Säule anbelangt, ist die gute Nachricht für Martha, dass sie Erziehungsgutschriften erhalten wird, solange ihr die elterliche Sorge für das jünger als 16-jährige Kind zusteht. Diese werden gleich wie ein Beitragsjahr behandelt. Martha muss sich entsprechend keine besonderen Sorgen über ihre Anzahl Beitragsjahre (als erster Faktor für die Rentenberechnung) machen. Dafür wird ihr massgebliches Durchschnittseinkommen (als zweiter Faktor für die Rentenberechnung) unter Umständen sinken (die Erziehungsgutschrift hat einen Wert von 42 660 Franken). Eine mögliche Gegenmassnahme ist zu heiraten. Dadurch würde sie von einer Einkommensaufteilung zwischen Ehegatten profitieren (sog. Splitting – wobei die Renten dann auf 150% der maximalen Summe begrenzt werden, wenn die Ehegatten beim Rentenbezug weiterhin verheiratet sind). Für kleine Jobs können Martha und ihre Arbeitgeber jeweils wählen, ob sie auf die Beitragspflicht verzichten, soweit das Einkommen weniger als 2300 Franken pro Jahr und Arbeitgeber beträgt.   

Wie sieht es mit zweiter und dritter Säule aus?

An die zweite Säule kann Martha als Arbeitnehmerin nur beitragen, wenn sie ein Gesamteinkommen von mindestens 21 330 Franken im Jahr erzielt. In einem solchen Fall kann sie ihre Arbeitgeber vorgängig in Kenntnis der Beitragspflicht setzen und sich bei der Auffangeinrichtung melden (oder bei der Pensionskasse eines der Arbeitgeber, soweit diese reglementarisch bereit ist, sie in dieser Weise zu versichern, was selten der Fall ist). Auch da kann die Ehe Vorteile bringen, insbesondere wenn sie nicht funktioniert, da ein Vorsorgeausgleich bei Scheidung stattfindet… nicht jedoch bei der Trennung von Konkubinatspartnern.

Martha kann auch warten und ihre Vorsorgelücke später, mittels Einkaufs bei einer künftigen Pensionskasse, füllen. In aller Regel wird dies weniger kosten, je früher sie den Einkauf tätigt.   

Für Martha ist es wichtig, sich Überlegungen zur Schaffung einer dritten Säule zu machen, da ihre erste und zweite Säule voraussichtlich weniger gut alimentiert werden. Wenn sie über die nötigen Mittel verfügt, kann dies eine gute Investition sein.

Für mehr Infos

Den Angestellten Schweiz ist bewusst, dass neue Arbeitsformen immer mehr von den klassischen Modellen abweichen. Deshalb versteht sich unser Verband als Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für alle Erwerbstätigen. Martha findet viele Informationen für SmartworkersSelbständige und Teilselbständige in unseren diesbezüglichen Merkblättern. Als Mitglied kann sie unseren Rechtsdienst anrufen und profitiert von einer individualisierten Beratung, namentlich im Sozialversicherungsrecht.

Natürlich gilt dies auch für die vielen jungen Mütter, die im Gegensatz zu Martha das beschriebene Modell nicht freiwillig wählen, sondern denen nach Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub gekündigt wird. Wir beraten sie zudem gerne über die Missbräuchlichkeit einer solchen Kündigung.

Pierre Derivaz, Rechtsanwalt Angestellte Schweiz – mit herzlichem Dank an die beiden jungen Mütter, die den Artikel durchgelesen und überprüft haben.

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