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Mitgliedschaft Angestellte Schweiz

Ziele der Angestellten Schweiz

  • Bestmögliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Permanente Arbeitsmarktfähigkeit erhalten
  • Aushandlung, Umsetzung und Überwachung der Gesamtarbeitsverträge

Attraktive Dienstleistungen

  • Rechtsberatung und Rechtsschutz
  • Starke Ermässigung bei aktuellen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten
  • Prämienvergünstigungen bei Krankenkassen und Sachversicherungen

Mitgliederbeitrag

  • Einzelmitglieder aller Branchen, inkl. MEM-Branche ohne Solidaritätsausweis, bezahlen CHF 150.- pro Jahr.
    Einzelmitglieder der MEM-Branche mit Solidaritätsausweis bezahlen CHF 260.- pro Jahr. Nach Abgabe des Solidaritätsausweises erfolgt eine Rückvergütung von CHF 170.- (Rückerstattung-Solidaritätsausweis CHF 60.- und Zuwendung CHF 110.-). Der Netto-Beitrag beträgt CHF 150.-.
  • Pensionierte bezahlen Fr. 60.- pro Jahr. Dieser Betrag ist nur gültig für bestehende Mitgliedschaften, welche ohne Unterbruch als Mitgliedschaften für Pensionierte weitergeführt werden.
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Die Tücken der flexiblen Arbeitszeit

Montag, 30. Okt 2017

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist Ausfluss der Digitalisierung. Sie bringt nebst Vorteilen wie besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie, höherer Motivation der Arbeitnehmer und arbeitsanfallbezogener Verteilung der Arbeitszeit auch gewisse Nachteile für die Angestellten mit sich.

Der Rechtsdienst der Angestellten Schweiz hat sich regelmässig mit Fragen der Abgrenzung zwischen Gleitzeitstunden und Überstunden und der daraus folgenden Konsequenzen hinsichtlich Kompensations- und Entschädigungsanspruch auseinanderzusetzen. Darf der Arbeitgeber am Ende des Kalenderjahres einen Gleitzeitsaldo von mehr als einer bestimmten Anzahl Stunden verfallen lassen? Was gilt, wenn ein Gleitzeitsaldo aufgrund seiner Grösse während der Kündigungsfrist nicht mehr abgebaut werden kann? Verfallen die Stunden entschädigungslos?

Definitionsgemäss zeichnet sich Mehrarbeit in Form von Gleitzeitarbeit dadurch aus, dass der Arbeitnehmer die Mehrarbeit im Rahmen seiner Zeitautonomie, welche er durch das Gleitzeitsystem erhält, freiwillig leistet. Überstundenarbeit dagegen ist Mehrarbeit, welche ein Arbeitnehmer aufgrund betrieblicher Notwendigkeit oder Anordnung durch den Arbeitgeber leisten muss. Hier fehlt somit das Element der Freiwilligkeit seitens des Arbeitnehmers.

Gleitzeitstunden können, müssen aber nicht verfallen

Bezüglich Gleitzeitarbeit obliegt es der Verantwortung des Arbeitnehmers, dass er seinen Gleitzeitsaldo in der reglementarisch vorgesehenen Bandbreite hält, damit er einen angewachsenen Gleitzeitsaldo innert nützlicher Frist wieder abbauen kann. Das Bundesgericht hat die häufig vorkommende Regelung von Arbeitgebern, welche das „Abschneiden“ von Gleitzeitstunden ab einer bestimmten Anzahl Stunden per Ende des Kalenderjahres vorsieht, als zulässig erachtet. Mehrstunden, die über diese reglementarisch bestimmte Anzahl hinausgehen, verfallen entschädigungs- bzw. kompensationslos. Ebenso verfallen Gleitzeitstunden, die aufgrund ihrer grossen Anzahl während der Kündigungsfrist nicht mehr abgebaut werden können, am Ende der Kündigungsfrist entschädigungs- bzw. kompensationslos.

Die obige Regelung gilt jedoch nicht in jedem Fall. Wurde der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber beispielsweise angewiesen, während der letzten Monate des Kalenderjahres bzw. während der Kündigungsfrist mehr zu arbeiten, so kann dies einen Abbau von Gleitzeitstunden innert dieser Frist verunmöglichen. In diesem Fall ist ein Abschneiden von Gleitzeitstunden per Ende Kalenderjahr unzulässig, vielmehr müssen die Gleitzeitstunden auf das Folgejahr übertragen werden können. Gleitzeitstunden, die aufgrund einer solchen Weisung des Arbeitgebers während der Kündigungsfrist nicht mehr abgebaut werden können, werden zu entschädigungspflichtigen Überstunden und müssen am Ende des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt werden.

Beweispflicht des Arbeitnehmers

Oft ist zudem streitig, ob der Arbeitnehmer einen grossen Gleitzeitsaldo überhaupt freiwillig und im Rahmen seiner Zeitautonomie geleistet hat. Der Arbeitnehmer ist diesbezüglich in der Beweispflicht, d.h. er muss nachweisen können, dass er die Mehrstunden nicht freiwillig geleistet hat, sondern weil sie betrieblich notwendig waren oder vom Arbeitgeber angeordnet wurden. Beweisprobleme ergeben sich meist dann, wenn der Arbeitgeber die Überstunden nicht angeordnet hat. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer anhand von Indizien (z.B. Abschluss eines fristgebundenen Auftrags) den Nachweis erbringen, dass die Mehrarbeit betrieblich notwendig war.

Am Ende kommt es wie immer auf die Umstände des jeweiligen Einzelfalls an. Das Juristen-Team des Rechtsdiensts der Angestellten Schweiz hilft Ihnen gerne weiter.

Caroline Hasler, Rechtsanwältin Angestellte Schweiz

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